creditshelf magazin
Nº12 | April 2021
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Als Visionärin packt Verena Pausder die aktuellen Themen der Zeit an: Bildung, Chancengleichheit und zukunftsfähiges Wirtschaften. Was wir jetzt mehr denn je brauchen, sind Menschen, die unser Land mitgestalten und nicht verwalten. Gestalter wie unsere Unternehmer. Dabei stellt sich Pausder in ihrem Buch zunächst die Frage, wie viele der im DAX vertretenen Unternehmen in den letzten 25 Jahren in Deutschland gegründet worden sind. Und gerade mal drei der 500 größten Familienunternehmen entstanden in den letzten 30 Jahren. Was Pausder damit sagen will: Einfach mal anfangen, Fehler machen, etwas riskieren. Denn es geht nicht darum, die Komplexität seines Vorhabens zu jedem Zeitpunkt zu beherrschen, sondern darum, etwas Neues zu wagen – das Motto von heute.

Auch Pausder wurde selbst schon oft gesagt „Nicht zu schnell, liebe Verena!“, „Wag dich nicht so weit hinaus!“ oder „Fall nicht so sehr auf!“. Doch der Grundsatz, dass eine neue Idee am besten immer bescheiden sein sollte, entspricht nicht mehr ganz dem heutigen Zeitgeist. Denn wir leben in einer Zeit des Digitalkapitalismus. Eine Zeit, in der krisenbedingt viele Arbeitsplätze verloren gehen und durch den digitalen Wandel wiederum viele geschaffen werden können. Aktuell spüren wir die Auswirkungen einer weltweiten Pandemie, in der Unternehmen harte Zeiten erleben. Aber Pausder zufolge ist Aufgeben niemals eine Alternative. Vielmehr sollten wir nun die Chancen der Digitalisierung ergreifen und Verantwortung für die Zukunft übernehmen. „Wir brauchen ein neues Land. Und wir dürfen nicht lockerlassen. Wir werden es in Bewegung bringen“. 

Was schlägt Pausder also vor? Der technologische Umbruch ist in vollem Gange. Jetzt ist es Zeit zu gründen, technologischen Wandel voranzutreiben und die Gesellschaft weiterzubringen – und das ohne Angst zu scheitern. Dabei sind Unternehmensgründungen nicht nur ein modernes Hobby, sondern vielmehr schaffen sie Arbeitsplätze. Deswegen sollten Gründerinnen und Gründer stolz darauf sein, ein Unternehmen aufgebaut zu haben und für Arbeitsplätze sorgen zu können. 

Konkrete Ideen für das neue Land stellt Pausder in ihrem Buch auch mit dem Konzept des „Human Leaderships“ vor. Wer führt, geht voran. Dabei läuft man aber oft Gefahr, nicht mehr zu sehen, was hinter einem geschieht. Vor allem, wie es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht, verliert man dann schnell aus den Augen. Führung muss nach Pausder also weg vom autoritären Gehabe und transparenter werden. Als Grundlage für das „Human Leadership“ dient dabei eine direkte Kommunikation und der Austausch miteinander.